Hütteninfo

Lage

Die Kaunergrathütte liegt auf 2817 Meter Höhe in den Ötztaler Alpen. Sie befindet sich hoch über dem Pitztal, etwa 200 Meter unterhalb des Madatschjochs (3030 m) – zwischen den markanten Hüttenbergen, der Watzespitze (3533 m) und der Verpeilspitze (3425 m). Die Berghütte besticht durch ihre Ursprünglichkeit und die hochalpine Umgebung.

Foto: Michael Dobler

Geschichte

Im Jahr 1903 von der Akademischen Sektion Graz des Österreichischen Alpenvereins errichtet, wurde die Kaunergrathütte in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach um- und ausgebaut. Nach 100 Jahren wechselte die Hütte den Besitzer: Seit 2003 gehört sie der Sektion Mainz des Deutschen Alpenvereins, die die Bergsteigerunterkunft grundlegend saniert hat.

Ausstattung

Als Schutzhütte (Kategorie I) ist die Kaunergrathütte einfach, aber gemütlich ausgestattet. Herzstück ist die Gaststube, in der der Hüttenwirt Michael Dobler und seine Familie Gerichte aus der Region servieren. Die Bilder des Grazer Holzschneiders, Zeichners und Erzählers Ernst von Dombrowski von 1934 in der Gaststube (Holztäfel) und in anderen Räumen sind ein besonderer Anziehungspunkt. Ein beliebter Treffpunkt ist für die Gäste die Sonnenterrasse mit herrlicher Aussicht auf Watzespitze, Seekarlesschneid und den Geigenkamm.

Foto: Michael Dobler
Foto: Michael Dobler

Sicherheit

Der technische Brandschutz der Kaunergrathütte (selbsttätige Rauchmeldeanlage, Notbeleuchtungsanlage) ist auf dem neuesten, behördlich geforderten Stand.

Wegkapelle St. Martin

Die Sektion Mainz hat im Jahr 2011 unweit der Kaunergrathütte eine kleine, sich harmonisch in die Hochgebirgslandschaft einfügende Kapelle errichtet. Ausschließlich durch Spenden finanziert, soll sie für Bergsteigerinnen und Bergsteiger eine Stätte der inneren Einkehr vor oder nach einer Tour sein, aber auch Mittelpunkt der alljährlich stattfindenden Bergmessen und Gottesdienste. Die Zirbenholzplastik des St. Martin, dem Schutzpatron des Mainzer Doms und des Bistums Mainz, sowie das Kruzifix und ein Kniebänkchen wurden von dem Pitztaler Bergführer und Holzschnitzer Isidor Eiter geschaffen.

Ausgezeichnet für die Umwelt

Für die Energiegewinnung und die Abwasserbehandlung werden auf der Kaunergrathütte aus umwelt- und naturschutzfachlicher Sicht optimale Verfahren angewendet: Die Energieversorgung basiert seit 2005 zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energieträgern. Die Abwässer werden schon seit längerem in einem biologisch-mechanischen Verfahren gereinigt der Natur zurückgegeben. 2016 wurde die Kaunergrathütte mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ausgezeichnet.

Trinkwasser

Das in einem Auffangbecken oberhalb der Hütte gesammelte (Schneeschmelz-)Wasser wird vor dem Verbrauch gefiltert und durch UV-Behandlung keimfrei gemacht. Die Trinkwasserqualität unterliegt laufender behördlicher Kontrolle.

Ausbildungsstützpunkt

Die Kaunergrathütte ist seit dem Jahr 1927 ein bekannter und beliebter Ausbildungsstützpunkt für Bergsteiger und Kletterer. Die Theorie lernen die Kursteilnehmer im gut ausgestatteten Schulungsraum der Hütte. Die praktische Ausbildung am Fels findet im direkt an der Hütte gelegenen Klettergarten mit Lehr-Klettersteig und auf den umliegenden Bergen statt. Die nahen Gletscher sind ideal für den Praxisteil der Eiskurse. „Es gibt kaum einen Ort für bessere anspruchsvolle Ausbildungskurse“ (ALPIN 4/2007, S. 101).

Die DAV-Sektion Mainz bietet in den Bergsommern wöchentlich Alpinkurse auf der Kaunergrathütte an, wie z. B. Grund- und Fortbildungskurse, Aufbaukurse, Hochtouren, Bergsteigen, Eisausbildung und Alpinklettern. Teilnehmen können Alpenvereinsmitglieder aller Sektionen. Weitere Highlights im Jahresprogramm der Sektion Mainz sind die Alpenüberquerungen auf dem E5 von Oberstdorf nach Verona.

Karten und Führer


Kaunergrathütte aktuell


Download