. E5 Süd
Fernwanderweg E5 Variante Via alpina Südteil 
von Bozen zur Kaunergrathütte vom 26.8. - 3.9.2011

DAV Sektion Mainz   

Fotos alle groß abrufbar
Die Gruppe vor der Schwarzen Katz
Blick auf Bozen
Panoramaweg zwischen Bozen und Meran
Meraner Hütte
Blick aus der Seilbahn auf Meran
Meraner Höhenweg
neues Hochganghaus
altes Hochganghaus
Steilwiesen
Rutschung auf dem Meraner Höhenweg
Blick ins Vinschgau
Patleidhof neu
Patleidhof alt
Katharinaberg
Vernagt Stausee
Niederjoch vor der Similaunhütte
Similaunhütte
Auf dem Weg zur Ötzi-Fundstelle
Auf dem Weg zur Ötzi-Fundstelle
Auf dem Weg zur Ötzi-Fundstelle
Ötzi-Denkmal
Martin-Busch-Hütte
Venter Panaormaweg
Braunschweiger Hütte
Cottbuser Höhenweg
Cottbuser Rinne

 

Text mit Fotos verlinkt

26.8.2011: Von Mainz/Kassel/Gießen über Frankfurt/Main und München nach Bozen
Über den Anreisetag gibt es nicht viel zu berichten, außer dass dank wunderbarer Organisation von Hartmut die Anreise der 19 Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen mit einem Ziel: Bozen’s Schwarze Katz - die eigentlich blond ist, die Wirtin, natürlich! - klappt - und das zu Traumpreisen. Bei Ankunft herrschen gefühlte 35 Grad Celsius, aber die Frisur sitzt, nur die Nacht wird zum Schwitzbad.


27.8.2011: Von Bozen über Jenesien und Langfenn zur Meraner Hütte
Abmarsch 8 Uhr, gefühlte 35 Grad Celsius (halt, das hatten wir schon), ohne Warmmachen über die Oswaldpromenade und per Seilbahn (für unglaubliche € 2 pro Nase) nach Jenesien, dem eigentlichen Startpunkt. Das Wetter hält noch und wir gehen los, bis uns das Gewitter und die Kaltfront (von der noch zu reden sein wird) kurzzeitig Unterschlupf in einer privaten Almhütte suchen lässt. Frei nach dem Motto: Testen wir mal die Ausrüstung, ob die Regenbekleidung auch hält …Weitermarsch nach Langfenn, dort gibt es zum Mittag Knödelsuppe für alle, die gibt Kraft, außer für Günter, der sich aus Gesundheitsgründen leider verabschiedet. Weiter geht es zu Achtzehnt zum Moltner Kaser (wo es keinen Käse gibt, nur Getränke und eine kurze Rast). Dann endlich zum Kreuzjoch mit Panoramablick zurück zum Schlern & Rosengarten oder auch Sella …, quatsch Egon, das sind Lang- und Plattkofel! Beim Anblick des Panoramas vergessen wir ganz den böigen Rückenwind der Kaltfront, die uns noch gesundheitliche Probleme bereiten wird (von bloßem Schnupfen bis zum Ausfall einzelner Teilnehmer wegen Nebenhöhlenentzündung). Auf der Meraner Hütte ist bei zünftiger Halbpension der kalte Wind schnell passé.


28.8.2011: Von der Meraner Hütte über Meran zum Hochganghaus
Nach 1. Hüttennacht & kräftigem Frühstück geht es nach kurzem Spaziergang zur Bergbahn und mit selbiger ins Tal - das Richtige für uns Warmgeduschte! Dann mit dem Bus (!) ins sommerliche Meran (ich dachte, wir seien hier auf einer Wandertour!?). Kurzer Stadtrundgang mit Verpflegungsaufnahme (Käse, Kaffee & lecker Strudel im Cafe „Strudel“ (so von uns einfach getauft mangels anderem Namen) bei der Pfarrkirche. Die ausgefallenen Wandermeter holen wir rasch nach per Turbomarsch über Tappeiner Weg (nur Ingrid und Benno nehmen den kurzen Sessellift) und Dorf Tirol zur Seilbahn Hochmut. Jetzt sind wir wieder in unserem Element: Seilbahnfahren! Anschließend sind wir so fertig, dass wir uns direkt wieder erholen müssen beim Gasthof an der Bergstation. Denn frei nach dem Spruch auf der Speisekarte: Eier tun der Mutti gut, wenn sie der Vati essen tut. So gestärkt geht’s auf den Meraner Höhenweg – endlich! Vor lauter „Grüß Gott“, „Servus“ und Ausweichen sowie Kommentaren wie „Da kommt ja ein Bus!“ gelangt man gar nicht zum Wandern, sogleich folgt auch schon die nächste Rast auf der Leiteralm, was aber zur Kaffeezeit wunderbar passt. Endlich dann Weitergang zum Hochganghaus mit Super-Panorama: „Egon, die Sella! Nein, das ist doch der Langkofel!“, vollem Lager, dafür aber Dusche (wenn auch oft besetzt!). Die Nacht kann ja heiter werden … bei Stefan stellt sich schon ein leichtes Halskratzen ein, Nachwirkungen der bereits zitierten Kaltfront vom Samstag.


29.9.2011: Vom Hochganghaus zum Patleidhof
Abmarsch um 8 Uhr wie gewohnt, denn der Weg ist weit: erst um 17 Uhr werden wir ankommen, das wird unsere Standardankunftszeit. Über Stock & Stein, durch Wald und über Almen zunächst abwärts mit herrlichem Panorama (wenn man sich umdreht: der Meraner Talkessel in der Tiefe und in der Ferne leuchten - natürlich - Sella und Rosengarten, Egon!) zum Giggelberg, dort Mittagsrast (ohne 2, die anstelle Gruppendynamik Picknick auf der Wiese nebenan machen). Zurück auf der Piste, sprich dem Meraner Höhenweg gen Westen, geht es über die berühmt-berüchtigte Katzenleiter bei Sonnenschein, aber böigem Rückenwind an einem Erbhof nach dem anderen vorbei. Hartmut wundert sich, wie die Bauern in den Steillagen das Heu machen, bis wir Zeugen einer entsprechenden Ernteeinlage einheimischer Landsleute werden. So also wird’s gemacht, von wegen Steigeisen und Seilsicherung! Der Weg zieht sich. Manfred wird nervös („Wann sind wir endlich da?!“), die Truppe rumort: “Wir gehen jetzt den Weg hier runter und nicht mehr rauf, dann sparen wir 20 Höhenmeter (immerhin!).“ Trotzdem müssen wir aber doch noch kurz den Berg hinauf - ist das auch der richtige Weg? Wir fragen nach: „Wo geht’s denn hier zum Patleidhof?“ Dann Ziel erreicht: 800 Jahre begrüßen uns, so alt sind offenbar unsere Schlafstätten. Die Männer (ohne Ehefrauen) beziehen ein Nebengebäude zu acht, das wird nicht gut gehen, Horst wird sich krank abmelden (die Kaltfront lässt grüßen!) und Egon beginnt zu husten …


30.8.2011: Vom Patleidhof nach Vernagt am See
Horst meldet sich am Morgen mit Nebenhöhlenentzündung ab, da waren wir nur noch 17! Wir marschieren trotzdem weiter und nehmen erst Reißaus vor der morgendlichen Wiesenberegnung, schon haben wir den Wegeinstieg verpasst. Dann geht’s halt wieder rauf und runter, das kennen wir schon vom Vortag …Da Cori eine Apotheke für ihre Beschwerden benötigt (Stichwort: Kaltfront!), steigen wir ab nach Katharinaberg, Apotheke dort aber Fehlanzeige. Genauso Dorfkneipe oder Tante-Emma-Laden zum Auffrischen des Proviants. Die Apotheke gibt es in Unsere Frau im Schnalstal weiter talaufwärts, also nichts wie hin. Leicht gesagt: Erst wieder 300 Höhenmeter absteigen, um Anlauf zu nehmen zum Wiederaufstieg über Kartaus (interessanter Ort im ehemaligen Kartäuserkloster & guter Mittagseinkehr am Dorfplatz) durch herrlichen Lärchenwald, bis endlich die Wallfahrtskirche von Unsere Frau im Schnalstal vor uns liegt. Und direkt daneben der örtliche Supermarkt, wo’s neue Verpflegung gibt (Käse, Speck, Obst, Buttermilch & Halsbonbons). Die Apotheke wird auch besucht und um Halstabletten und Leukoplast erleichtert. Weiter auf dem Weg bergan durch den Wald, vorbei an einer Gruppe wartender Mountainbiker (die sind hier falsch, die gehören eigentlich an den Gardasee!) zum Stausee von Vernagt. Schnell werden die Nachtlager verteilt. Die Mehrzahl kommt bei Familie Götsch auf dem Obergamphof inmitten von Kühen und Katzen unter. Die stolzen Jagdtrophäen der Familie (ob die alle legal geschossen wurden?) werden uns erst beim Frühstück am folgenden Morgen gezeigt. Den Abend lassen wir dann ausklingen beim gemeinsamen Abendessen im Hotel Edelweiß im Ort.


31.8.2011: Von Vernagt am See zur Martin-Busch-Hütte
Trotz unterschiedlicher Nachtlager schaffen es alle Teilnehmer zum vereinbarten Treffpunkt um 8.15 Uhr. Nur Egon hat seine Wanderstöcke vergessen und muss noch einmal zurück (hat wohl wieder von der Sella geträumt …?). Dann geht es endlich los: 1300 Höhenmeter liegen vor uns. Die ersten 300 Höhenmeter im Sauseschritt in knapp 30 Minuten, wird das Tempo mit steigender Höhe zunehmend langsamer. Einem aus der Gruppe wird es langsam zu kalt (er ist ja noch etwas angeschlagen) und stiefelt die letzten 300 Höhenmeter voran zur Similaunhütte, um dort den Rucksack abzulegen und noch einmal zurückzukehren zum Rest der Truppe, um seine Hilfe beim Rucksacktragen anzubieten. Aber man (Manfred) oder frau (Ingrid) ist zu stolz, um sich helfen zu lassen und trägt seinen bzw. ihren Rucksack lieber selbst nach oben. Um 12 Uhr sind wir endlich alle auf der Similaunhütte, jetzt heißt es rasten und den herrlichen Ausblick auf den Similaungipfel mit Gletscher und den weniger herrlichen Anblick der nach und nach eintrudelnden geführten 
E 5-Wandergruppen aus Oberstdorf (angeführt von der Oase mit dem gelben Regenschirm) zu bewundern. Dann trennen wir uns: Hans begleitet Ingrid, Cori, Karin und Bettina direkt zur Martin-Busch-Hütte, der Rest kraxelt weiter zur Ötzi-Fundstelle auf 3200 Meter, dort wird eifrig fotografiert, und dann weiter weglos über Gletscherreste hinunter zur Martin-Busch-Hütte, wo der geführte E5-Wahnsinn weitergeht: volles Haus, überquellende Mülleimer, stinkende Toiletten und höchste Getränkepreise trotz Fahrweganbindung – der Wirt will auch nur leben! Zum Glück haben wir einen eigenen Aufenthaltsraum für uns. Vor dem Schlafengehen genießen Ingrid und Stefan noch den superklaren Sternenhimmel – was für ein Betthupferl!


1.9.2011: Von der Martin-Busch-Hütte zur Braunschweiger Hütte
Über besagten Fahrweg geht es, das Panorama im Rücken lassend, den Berg hinab nach Vent zur erneuten Verpflegungsaufnahme: Käse, Schokolade, Bananen, Buttermilch & Obstler (für den Verfasser zum „Gurgeln“ des immer noch lädierten Halses). Denn der Panoramaweg ist noch weit und wird über fünf Stunden bis zum Tiefenbachgletscher begleiten. Von Panorama kann dabei keine Rede sein, da es sich weiterhin in unserem Rücken befindet und mehr und mehr in aufziehenden Regenwolken verschwindet (Vielleicht sollte man den E5 wie alle anderen von Nord nach Süd gehen, dann klappt es auch mit dem Panorama …). Dafür kommt uns eine Oase nach der anderen (aus Oberstdorf, woher sonst) entgegen, immerhin kann man die fragen, wie lange es noch dauert. Endlich, im Nieselregen stehen wir vor dem Super-Sommerskigebiet Tiefenbachgletscher, zur Zeit aber nur eine Super-Baustelle. Das Wichtigste: der Bus durch den Tunnel zum Rettenbachgletscher, von wo es weitergeht. Der Busfahrer (ein freundlicher Italiener) ist nach seiner Pause so gut drauf, er nimmt uns sogar umsonst mit und Ingrid & Frank gleich mit ins Tal: Ingrid, weil sie Sehnsucht nach ihrem Wolfgang hat, Frank, weil er Sehnsucht nach Hause hat und (ehrlich gesagt) auch etwas erschöpft ist. Da waren wir nur noch 15. Über kleine Umwege und Kraxeleinlagen (anstelle des kaputten Normalweges) am Gletscherrand entlang erreichen wir das Rettenbachjöchl und steigen mit Blicken in die Eiswelt zu der bereits sichtbaren Braunschweiger Hütte ab, wo man uns trotz Überfüllung (E5 eben!) uns sehr gastfreundlich aufnimmt (unter Nachbarn gehört sich das so, die Kaunergrathütte ist ja nicht mehr weit) und die uns sehr gut gefällt.


2.9.2011: Von der Braunschweiger Hütte zur Kaunergrathütte
Das Wetter weiß nicht, ob es regnen will oder nicht, so heißt es beim Abmarsch am Morgen erst einmal Regenschutz anlegen, um diesen bei Hälfte des Abstiegs und sich besserndem Wetter wieder abzuziehen. Dabei kann man die über den dahinschwindenden Mittelbergferner donnernden Baumaschinen „bewundern“. Egon zumindest, während einem dazu nur das berühmte Zitat von Obelix einfällt: Die spinnen, die … ! Am Gletscherstüble kurz rasten, dann im Sauseschritt über Mittelberg nach Mandarfen zur … Riffelseeseilbahn (endlich wieder). Jutta hat uns inzwischen leider verlassen, da sie auch an Nebenhöhlenentzündung leidet und daher vorzeitig nach Hause fährt. Zu vierzehnt fahren wir dann hinauf, rasten dann noch kurz in der Bergstation, um dann Punkt 12.15 Uhr in den Cottbuser Höhenweg einzusteigen, der uns lockere 5 Stunden (inkl. Pausen) beschäftigen wird. Aber das hat Gründe: Da gibt es ja besagte Schlucht zu überwinden, den Mittagsrastplatz ausgiebig (in der Horizontalen zum Wohle des geschundenen Rückens zu testen) und die Wasserflaschen aufzufüllen, das dauert eben. Dann endlich kommt unser Ziel in Sicht, die Kaunergrathütte. Aber der Weg zieht sich noch, bis wir endlich ankommen und mit einem einzigen Bier für alle (wie beim Abendmahlwein) und einem Schnaps für jeden begrüßt werden, das nennt man einen zünftigen Empfang! Und das Fernsehen ist auch da (die drehen einen Film über unsere Hirtenwirtin Julia, Österreichs jüngste Vertreterin ihrer Zunft), sowie Ingrid, wie sie uns versprochen hat - das gibt ein entsprechendes Hallo. Eine Nacht müssen wir alle noch getrennt über die Hütte verteilt schlafen, aber die letzte Nacht vereint die Mehrzahl wieder im gemeinsamen Lager mit entsprechendem Lagerkoller!


3.9.2011: Ausklang auf der Kaunergrathütte
Das ist heute – das Ende ist da. Morgen geht es wieder ins Tal und zurück in die Heimat. Über den heutigen Tag gibt es außer Kleinausflügen vor Ort nicht viel Gemeinsames zu berichten. Im Mittelpunkt stand die Bergmesse zur Einweihung der neuen Wegkapelle zu Ehren des heiligen Martins (s. dazu den Bericht im Winterheft 2011/12 der Sektion Mainz http://alpenverein-mainz.de/uploads/media/HEFT_60_2_2011.pdf  (mit 14 Mb ziemlich groß)


und hier zu 
E5-Nordteil
und hier zu  E5-Südteil-2


Teilnehmer:
Ingrid Briese
Karin Buschmann
Ines Clausen
Cornelia Diegel
Egon Diehl
Frank Gerlach
Dr. Stefan Haack (Text)
Stefan Hofmann
Hans Langecker
Horst Maas
Erika Müller
Manfred Neuber (Planung, Leitung)
Hartmut Rencker (
Fahrkarten, Co-Leitung, Homepage)
Jutta Schier
Wolfgang Schneider
Günter Soffel
Benno Stern
Sabine Stern
Bettina Thiel

Nächste Veranstaltung: 
E5 Südteil-2 von Bozen nach Lusern  ( zwischenzeitlich erfolgt, hier Link )
Auskunft unter: neuber.manfred@arcor.de
Weiterhin: Bergwandern auf den Kanaren
mehr Info unter www.rencker.de 
Einweihung St.-Martin-Wegkapelle
Kaunergrathütte
aperes Madatschjoch
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